Was ist der Zweck des Bewerbungsfotos?
Manche Berater erklären das Foto zum "wichtigsten Teil der Bewerbung". Generell halten wir das für übertrieben, es gibt aber eine sehr wichtige Funktion des Bewerbungsfotos. Ein gutes Foto kann helfen, Aufmerksamkeit auf die Bewerbung zu ziehen, Sympathie zu vermitteln und eine positive Voreinstellung bei der weiteren Bearbeitung der Bewerbung zu erzeugen. Das Foto kann helfen, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erhalten und damit die erste Hürde auf dem Weg zum neuen Job zu nehmen. Noch mehr vom Bewerbungsfoto zu erwarten halten wir aber für unrealistisch.
Immer wird das Gesamtbild der Bewerbung eine Rolle spielen - Gestaltung, Übersichtlichkeit, Qualifikation, Profil. Trotzdem: Das Foto hilft vor allem, wenn es um den sogenannten "ersten Eindruck" geht, die unterbewußten Beurteilungen, die jeder von uns innerhalb von Sekundenbruchteilen vornimmt. Ein interessantes Foto kann eine Bewerbung vor allem aus einer Menge von Bewerbern mit vergleichbarer Qualifikation positiv hervorheben. Das Foto kann die Neugier wecken, die Bewerbung aufzuschlagen, sich mit dem Bewerber zu befassen und erzeugt eine höhere Chance, auf dem Stapel mit den Top-Bewerbern zu landen, die als erste zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden.
An dieser Stelle wird oft eingewendet, daß professionelle Personaler sich natürlich nie vorrangig vom Foto leiten lassen und manchmal für die Erstauswahl sogar die Fotos abdecken, um ihre Objektivität nicht zu gefährden. Das mag sein, gilt aber bei weitem nicht für alle. Schon oft haben wir das Feedback bekommen, daß auch von Personalsachbearbeitern gleich auf das Foto geschaut wird. Außerdem haben nicht alle Firmen große Personalabteilungen, in denen Vollprofis die Erstauswahl durchführen. Selbst dort, wo das der Fall ist, durchwandert eine Bewerbung i.d.R. mehrere Hierachiestufen. Zum Schluß reden fast immer die Leiter der Fachabteilungen, Projekt- oder Teamleiter mit, Menschen, die nur gelegentlich mit Personalauswahl zu tun haben und daher meist weniger routiniert und distanziert vorgehen, als es in der Personalabteilung der Fall ist.
|